Neue Verkehrsregeln in Polen – härtere Strafen für Fahrer
- Jerzy Golbik
- 29. Okt.
- 2 Min. Lesezeit
In Polen treten schrittweise neue Regelungen im Straßenverkehr in Kraft, die vor allem auf mehr Sicherheit und strengere Sanktionen für verantwortungslose Fahrer abzielen. Einige Vorschriften gelten bereits, andere befinden sich kurz vor der Umsetzung. Hier fassen wir die wichtigsten Änderungen zusammen – besonders relevant für Berufskraftfahrer und Transportunternehmen.
🛑 1. Führerscheinentzug bei Geschwindigkeitsüberschreitung über 50 km/h
Bisher galt:Wer innerorts mehr als 50 km/h zu schnell fährt, verliert automatisch seinen Führerschein für drei Monate.
Neu geplant ist:Diese Regel soll künftig auch außerhalb geschlossener Ortschaften gelten – und zwar auf einspurigen, zweirichtungsbefahrenen Landstraßen.Das bedeutet: Auch auf Landstraßen droht ein automatischer Führerscheinentzug für 3 Monate, wenn die Geschwindigkeit um mehr als 50 km/h überschritten wird.
👉 Der Gesetzesentwurf wurde bereits von der Parlamentskommission angenommen, ist jedoch noch nicht vollständig in Kraft getreten. Es lohnt sich daher, die amtlichen Veröffentlichungen zu beobachten.
🚫 2. Lebenslanger Führerscheinentzug bei Missachtung eines Fahrverbots
Ein weiterer Teil der Reform betrifft Personen, die trotz eines gerichtlichen Fahrverbots weiterhin ein Fahrzeug führen.
Nach geltendem Recht (§ 244 StGB) drohen dafür 3 Monate bis 5 Jahre Freiheitsstrafe.In den geplanten Neuregelungen kann das Gericht künftig zusätzlich anordnen:
lebenslangen Entzug der Fahrerlaubnis,
Einziehung (Beschlagnahme) des Fahrzeugs,
sowie eine Geldstrafe von mindestens 10 000 PLN.
Diese Vorschrift zielt insbesondere auf Wiederholungstäter und alkoholauffällige Fahrer ab.Auch hier befindet sich das Gesetz noch im Gesetzgebungsverfahren, die endgültige Umsetzung wird jedoch in den kommenden Monaten erwartet.
⚖️ 3. Gerichtliche Überprüfung und Verfassungsmäßigkeit
Der polnische Verfassungsgerichtshof hat bereits festgestellt, dass ein automatischer Führerscheinentzug allein auf Grundlage einer Polizeimeldung verfassungsrechtlich problematisch sein kann.Das bedeutet: Jede Entscheidung über die Entziehung der Fahrerlaubnis muss durch den zuständigen Landrat (Starosta) im Verwaltungsverfahren überprüft werden.
💡 Was bedeutet das für Berufskraftfahrer und Unternehmen?
Höheres Risiko für Führerscheinentzug – auch außerhalb geschlossener Ortschaften.
Strengere Strafen bei Missachtung von Fahrverboten.
Notwendigkeit interner Schulungen und Compliance-Kontrollen für alle Fahrer.
Aktualisierung der Sicherheitsrichtlinien in Transportunternehmen (insbesondere für Fahrer aus Drittstaaten).
Diese Änderungen zeigen klar: Die Behörden setzen auf null Toleranz gegenüber groben Verkehrsverstößen. Berufskraftfahrer sollten daher ihre Fahrweise und Dokumentation (Tacho, Arbeitszeit, Geschwindigkeiten) besonders sorgfältig kontrollieren.
📌 Fazit
Die neuen Vorschriften bedeuten für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere aber für professionelle Fahrer, ein deutlich höheres Maß an Verantwortung.Schon kleine Verstöße können schwerwiegende Konsequenzen haben – bis hin zum dauerhaften Entzug der Fahrerlaubnis oder zur Beschlagnahmung des Fahrzeugs.
Empfehlung:Transportunternehmen und Fahrschulen sollten Fahrer regelmäßig über aktuelle Änderungen informieren, Präventionsschulungen anbieten und klare interne Richtlinien zum sicheren und gesetzeskonformen Fahren einführen.

Kommentare